Zeuthener Yachtclub e.V., Niederlausitzstraße 12, 15738 Zeuthen, Tel.: (033762) 70 9 77

Erste Schritte nach dem Krieg. 1945 - 1952

Die Bootshäuser lagen beschädigt und verlassen da, teilweise besetzt von sowjetischen Soldaten. Die meisten Boote waren kaputt. Teilnehmer des Volkssturms hatten mit Äxten und Beilen Löcher in die Unterwasserschiffe geschlagen. Zahlreiche Kähne schwammen herrenlos auf dem Zeuthener See herum oder wurden von sowjetischen Soldaten zum Fischen benutzt. Weil sie keine Angeln hatten, warfen sie Handgranaten ins Wasser.

Einige der Soldaten begannen, Segelboote aufzutakeln, unterstützt von den Jugendlichen des Vereines. Bereits im Mai 1945 wurde so gemeinsam auf dem Zeuthener See gesegelt.Viele der in der Nachkriegszeit auf dem See herumtreibende Boote waren aber vor allem interessant als ungewöhnliches Handelsobjekt: so manch herrenloser Kahn wurde gegen einen Sack Kartoffeln getauscht. Viele Schiffe wurden schließlich als Reparationsgut nach Russland abtransportiert.

Am 27.1.1949 wurde das Grundstück enteignet und der Gemeinde Zeuthen übergeben. Sie erteilte dem Bootsbauer Cäsar die Genehmigung, dort zu arbeiten. Er wurde später Verwalter der Sportanlage. Bald schon wurden Kojen und Hafenliegeplätze an private Nutzer verpachtet. Einer davon war Horst „Mäuschen“ Barthel. Er blieb bis zu seinem Tod im Jahr 2010 Mitglied des „Zeuthener Yachtclubs“ und segelte bis 2004 aktiv Regatten.

Nachdem alle alten Vereine formal aufgelöst worden waren, entstanden Ende der vierziger Jahre die örtlichen Sportgemeinschaften mit ihren einzelnen Sparten. Die Segler, die sich zu dieser Zeit mit Einzelverträgen auf dem Gelände des Clubs aufhielten, begannen mit Aufräum- und Aufbauarbeiten. Von den Altmitgliedern war niemand zurückgekehrt. Die beschädigten Boote wurden mit viel Aufwand repariert, waren aber noch nicht regattatauglich. Sie fanden in der sanierten Hafenanlage Platz, die schon bald dreißig Schiffe aufnehmen konnte. Zwei Takelbojen wurden ausgelegt, die das Wasserstraßenamt am 1. Juli 1950 genehmigt hatte.

Die Sportfreunde renovierten die Gaststätte und reparierten Dach und Heizung. Kabinen und Steganlage wurden instand gesetzt. Fünfundzwanzig Frauen und Männer halfen mit und am 9. Oktober 1949 konnte die erste Mitgliederversammlung durchgeführt werden. Wolfgang Werner wurde zum Vorsitzenden der Zeuthener Segelsparte gewählt, Hubertus Collin war sein Stellvertreter.

1949 wurde das Vereinsgelände des „Zeuthener Yachtclubs“ der „FDJ-Jugendheim GmbH“ übertragen. Am 16. Januar 1950 wurde ein Mietvertrag abgeschlossen, der einen Mietzins von 204 DM pro Jahr vorsah. Dem Verwalter und Pächter Cäsar war für die Nutzung der Slipanlage eine jährliche Summe von 340 DM zu zahlen.