Zeuthener Yachtclub e.V., Niederlausitzstraße 12, 15738 Zeuthen, Tel.: (033762) 70 9 77

Die „Sektion Segeln der BSG Stahl Wildau“ entsteht. 1951 – 1962

Am 11. Januar 1951 übernahm die Gemeinde Zeuthen erneut die Verwaltung des Geländes. Am 1. August ging die Rechtsträgerschaft des Wassergrundstückes an den Schwermaschinenbau der Nachbargemeinde über – die „Sektion Segeln der „BSG Stahl Wildau“ wurde gegründet.

Alle vierzig Sportfreunde, die bisher auf dem Grundstück aktiv waren, traten als Mitglieder bei. Da der Zeuthener See sowohl zu Berlin als auch Brandenburg gehörte, gab es bald ein Problem. Mit Einführung der Grenzkontrollen zwischen Berlin und dem Umland durften West-Berliner Sportfreunde das Gewässer nicht mehr ohne Genehmigung befahren. Von Wachtürmen aus kontrollierten Grenzer, ob alle Boote eine Registriernummer hatten – die aber erhielten nur DDR-Bürger. Die Ziffer musste auf einem großen weißen Schild am Bug befestigt und weit sichtbar sein. Grenzkontrollposten gab es ab 1951 an der Schmöckwitzer Brücke und später auch am anderen Ende des Sees neben dem „Segelclub Neander“.

Im Juni 1952 übernahm erstmalig Wolfgang Preuß die Sektionsleitung. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass noch im selben Jahr fünf volkseigene Piraten angeschafft werden konnten, mit denen unter anderem die Sportfreunde Rölle, Barthel und Bornemann an Wettkämpfen teilnahmen.

Regattasport wurde vonAnfang an in den Mittelpunkt des Vereinsinteresses gestellt und so wurde dafür gesorgt, dass nach und nach alle im Hafen liegenden Boote den internationalen Klassenvorschriften entsprachen. Schnell stellten sich erste Erfolge ein: bereits 1956 kamen sowohl der „Berliner Meister“ als auch der „DDR – Vizemeister“ bei den Piraten (Männer) aus unserem Verein. Auch die zweiten und dritten Plätze der Piraten (Frauen) und 10qm Wanderjollen bei den „Berliner Meisterschaften“ waren vielversprechend.

1951 fand auch wieder die beliebte „Zeuthener Woche“ statt. Vierzig Boote aus drei Klassen nahmen teil: H-Jollen, O-Jollen und Piraten.

Doch es wurde nicht nur gesegelt, auch die Baumaßnahmen gingen weiter. Nachdem Mitte der fünfziger Jahre die Hafenanlage saniert und ein neues Bollwerk errichtet worden war, ging es in mehreren Etappen an die Erweiterung der Steganlage. 1960 wurde der südliche Bereich auf fünfundsiebzig Meter verlängert und ein Starterhaus gebaut – für viele Jahre das weit sichtbare Wahrzeichen des Vereins.

Auf dem Wassergrundstück entstand eine neue Bootshalle. Dafür mussten zu den 70.000 DM aus Sportmitteln des Bezirkes 8.000 DM in Eigenleistung erbracht, also etwa 4.000 Arbeitsstunden geleistet werden.

Als 1962 das landseitige Grundstück von der Gemeinde gepachtet werden konnte, wurden dort bis 1963 mit 25.000 DM aus Mitteln des Sport-Totos sowie in Eigenleistung für weitere 18.000 DM eine zweite Bootshalle und ein Kabinengebäude mit vierzehn Kojen errichtet. Dafür wurden im Kalksandsteinwerk Niederlehme aus den Sortimenten „Bruch“ und „II. Wahl“ mehr als 40.000 heile Steine von den Sportfreunden aussortiert und mit betriebseigenen Lastkraftwagen angefahren, da mit einer offiziellen Materialzuweisung nicht zu rechnen und zudem das Geld knapp war.

Kreatives Potential gab es auch auf ganz anderem Gebiet: die Kinder- und Jugendarbeit erhielt 1961 mit fünf selbstproduzierten Cadets einen ganz entscheidenden Impuls.